6 der größten Mythen der Hundehaltung unter die Lupe genommen

Hundehalter nehmen nicht selten ganz schöne Bürden auf sich, um dem liebsten Vierbeiner auch bloß ein tolles Leben zu bieten. Dabei kommen sie mit allerlei Mythen und Behauptungen in Verbindung, von denen eine absurder wirkt, als die nächste. Doch manche davon haben tatsächlich einen zweiten Blick verdient, um herauszufinden, was da denn eigentlich dran ist. Darum geht es jetzt auch um sechs der wohl größten Hundemythen und inwieweit diese wirklich zutreffen. Viel Spaß!

1. Hunde mögen die Babysprache.

Selbstverständlich ist es nachvollziehbar, dass man sich mit größter Freude die seltsamsten Worte ausdenkt, wenn man im Gegenzug mit einem freudig wedelnden Schwänzchen beglückt wird. Erst kürzlich wurde im Journal Animal Cognition eine Studie zu genau diesem Thema veröffentlicht.

In einem Vergleich zwischen insgesamt 37 Hunden und mehreren Personen, von denen die eine Hälfte Babysprache anwendete und die andere nicht, kam man zu einem überraschend eindeutigen Ergebnis. Kleine Welpen sind tatsächlich aufmerksamer, wenn man in einer hohen, fast schon quietschigen Stimme mit ihnen spricht. Erwachsene und auch betagte Tiere hingegen hören vor allem durch Wörter zu, die für sie über die Jahre hinweg an Relevanz gewonnen haben. Beispiele dafür sind Gassi, Leckerli und derartiges.

2. Der Hund trauert, wenn er alleingelassen wird

Wie fühlt sich das eigentlich für einen Hund an, wenn die Familie morgens das Haus verlässt und erst Stunden später wieder kommt? Zu diesem Thema gab es bereits mehrere Studien. Allem voran, da man wohl das Ergebnis gerne verändern würde, um dem schlechten Gewissen ein Ende zu setzen. Denn tatsächlich soll sich der Hund einer Angst ausgesetzt fühlen, als würde er nun für immer verlassen werden.

Versuche zu diesem Thema laufen sogar auf die erstaunliche Erkenntnis hinaus, dass der Hund schon in der ersten Sekunde leiden muss. Denn selbst bei extrem kurzen Zeitspannen, als die Besitzer probeweise nur einmal um dem Häuserblock spaziert oder sogar gefahren sind, flippten die Hunde vor Freude bei der Wiedervereinigung aus.

3. Bei Flexi-Roll-Leinen ziehen Hunde nur

Das ist tatsächlich ein Mythos, der auch ein solcher bleibt. Es gibt eine Menge Hundetrainer, die darauf schwören, dass derartige Leinen nicht gut für den besten Freund des Menschen sind. Dieser Grund ist allerdings von der Liste zu streichen. In Wahrheit kommt es auf die Persönlichkeit des Hundes und sicherlich auch zum Teil auf die Erziehung an, ob er sich daran stört.

Zu empfehlen sind derartige Leinen trotz allem nicht. Schließlich schädigen sie bei ruckartigen Bewegungen möglicherweise die Wirbelsäule des Hundes.

4. Hunde reagieren auf menschliche Emotionen

Zugegeben, diesen Mythos kann jeder Hundebesitzer bestätigen. So zeigen sich Hunde nicht selten äußerst feinfühlig. Sie sind imstande, Trauer und Wut zu erkennen und verspüren dabei nicht selten das Bedürfnis, ihren Besitzer zu trösten und beruhigen. Die Forschungen einer Londoner Universität gehen dieser Angelegenheit allerdings noch tiefer auf den Grund.

Hunde werden von der Emotion ihres Besitzers angesteckt. Das betrifft allerdings nur die Person, zu der sie den stärksten Bezug haben. Ist ihr Mensch glücklich, sind sie es auch. Ist jedoch ihr Lieblingsgeschöpf auf Erden todtraurig, sind sie es ebenso. Sie kommen also nicht, um zu trösten, sondern suchen selbst welchen in ihrer Verzweiflung. Diese Erkenntnis alleine ist eigentlich schon Grund genug, nie wieder betrübt zu sein, nicht wahr?

5. Humpelnde Hunde haben sich etwas eingetreten

Falsch! Ein Hund ist nicht in der Lage, zu erkennen, was ihm fehlt. Dass etwas nicht stimmt, wird allerdings sehr wohl bemerkt. Fühlt sich ein Hund unwohl, so ist das eindeutigste Merkmal dafür ein klares Humpeln. Dieses Anzeichen kann also auch ein Hinweis auf ein Magengeschwür oder andere Gesundheitsprobleme sein.

Natürlich ist die Situation stets differenziert zu betrachten, denn so etwas tritt nie ohne eine Begleitsymptomatik auf. Fast immer verliert ein kranker oder auch ein verletzter Hund seinen Fress- und Bewegungsdrang. Es wird viel geschlafen und auf Besserung gehofft. Auf den Moment, in dem ein Hund zu jammern beginnt, sollte man jedoch nie warten. Viele Tiere sind hart im nehmen und wollen aus einem Urinstinkt heraus keine Schwäche zeigen. Je mehr Auffälligkeiten zu erkennen sind, umso dringlicher ist ein Besuch beim Tierarzt!

6. Hunde niesen extrem oft

Jedem ist es bereits aufgefallen, aber nur die wenigsten nehmen es auch tatsächlich bewusst wahr: Dieses ulkige Niesgeräusch, wenn man gerade mit dem Hund umhertobt. Was hat es damit auf sich, ist der (oder die) Kleine etwa regelmäßig erkältet?

Keineswegs. Mit dieser Geste drückt ein Hund aus, dass er Freude am Spiel hat und es sich um keinen ernst gemeinten Kampf handelt. Die Fellnase möchte auf keinen Fall riskieren, dass man sich wirklich bedroht fühlt. Äußerst umsichtig!