Die 4 häufigsten Irrtümer, wenn es um das BARFen geht

BARF, dieser Begriff geistert tagtäglich erneut durch die Köpfe der Hundebesitzer. Viele Hundehalter sind verunsichert und viele Irrtümer haben sich im Zusammenhang mit dieser Art des Hundefütterns gebildet. Was steckt hinter den Irrtümern und wie kann der Hundehalter diesen begegnen?

Welche Irrtümer bestehen um das BARFen?

Zu den häufigsten Irrtümern zählt, dass:

  • Tierärzte generell das BARFen ablehnen
  • rohes Fleisch zu gesteigerter Aggressivität der Hunde führt
  • das Zubereiten kompliziert sei und mehr Zeit erfordere als das Kochen von Hundefutter
  • rohes Fleisch unhygienisch und gefährlich sei
  • das BARFen wesentlich teurer sei als Fertigfutter

Wie lassen sich diese Irrtümer entkräften?

Viele Tierärzte lehnen das BARFen ab, weil sie beispielsweise:

  • viele Hunde behandeln mussten, die einen Knochensplitter im Hals oder Darm stecken hatten.
  • bei ihren Patienten feststellen mussten, dass eine reine Fleischfütterung zu schwerwiegenden Krankheiten bei ihnen führte, wie Vitamin- oder Mineralstoffmängel.
  • Krankheiten diagnostizieren mussten, die auf eine Fütterung mit Wildschweinfleisch zurückzuführen war und die Hunde daran verstarben. Als Beispiel sei die aujeszkysche Krankheit angeführt, die viele Wildschweine in sich tragen und die für einen Hund tödlich ist.

Wenn ein Tierarzt das BARFen ablehnt, kann der Hundebesitzer durch spezielles Nachfragen herausfinden, warum das so ist. Er kann sich mit dem Tierarzt näher auseinandersetzen und gemeinsam lässt sich dieses Missverständnis aushebeln. Ein Gespräch kann helfen, die ursprüngliche Einstellung aufzulösen oder aufzuweichen, und es kann zu mehr Verständnis untereinander führen.

1. Rohes Fleisch macht Hunde aggressiv

In früherer Zeit galt es Hunde, die Grundstücke und Gebäude schützten, mit frischem Stierblut und rohem Fleisch zu füttern. Der Grund dahinter war, dass die Hunde eine gesteigerte Aggressivität und höhere Wachsamkeit an den Tag legen sollten. Diese Wachhunde zeigten einen muskulöseren Körper, waren ausdauernder und erledigten ihren Auftrag einwandfrei.

Dies lag allerdings weniger am Futter, als an den, zum Schutz eingesetzten Hunderassen. Es handelte sich vornehmlich um durchtrainierte, massive, große Hunde wie Rottweiler, Hirtenhunde und/oder der schnelle Dobermann. Mindestens zwei Hunde bewachten große Grundstücke gemeinsam. Sie lernten voneinander und schützten es aus diesem Grunde effektiver. Mithilfe ihrer Kommunikation war es ihnen möglich, schneller und effektiver zuzuschlagen und Eindringlinge abzuwehren.

Ein Zusammenhang zwischen dem rohen Futter und der Aggressivität von Hunden ließ sich bis heute nicht wissenschaftlich nachweisen. Vielmehr zeichnet für den Jagdtrieb die Genetik verantwortlich und Aggressivität kann viele Ursachen haben. Zu den Fakten gehört, dass ein Hund sein Revier verteidigt und sein Revier kann sich auf ein Haus, ein Grundstück oder einen Garten beziehen. Seine Aggressivität lässt sich mit Futter nicht steigern, mit Ausbildung, Training und durch schlechte Erfahrungen mit dem Menschen schon.

2. Das Zusammenstellen der BARF-Mahlzeit ist schwierig und kompliziert

Beim BARF handelt es sich um eine ausgewogene Hundeernährung mit frischem, rohem Fleisch, Gemüse, Obst und beispielsweise gewalztem, geschrotetem oder gemahlenem Getreide. Gekochte Kartoffeln, gekochter Reis oder gekochter Mais gehören ebenfalls zu den Kohlenhydraten, die dem Hund schnell verfügbare Energien zur Verfügung stellen. Gemüse und oder Obst versorgen ihn mit Vitaminen und Mineralstoffen, das Fleisch mit hochwertigem Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen.

Wichtig beim BARFen ist die Ausgewogenheit. Was braucht der einzelne Hund und worin ist es enthalten? Dazu kommt noch, wie verarbeitet der Hund die Inhalte des Futters am leichtesten und am besten.

Wer sich für das BARFen entscheidet, muss sich mit den einzelnen Komponenten auseinandersetzen. Er muss wissen, was er als Menü zusammenstellen kann und wie er es verarbeiten muss, damit der Hund es leicht verdauen und aufarbeiten kann.

Klar, das erweist sich im ersten Moment schwieriger, als eine Dose zu öffnen. Mit Übung und Hintergrundwissen erweist sich das BARFen als ebenso leicht wie das Öffnen einer Dose.

Gesünder als Fertigfutter ist es auf jeden Fall, da die Zutaten frischer und ohne Zusatzstoffe oder raffinierten Zucker auskommt.

3. Rohes Fleisch ist unhygienisch

Wirklich? Warum verarbeitet der Mensch unhygienisches Fleisch zu einer schmackhaften Mahlzeit, die er zu sich nimmt?

Rohes Fleisch, kann belastende Salmonellen enthalten, die Betonung liegt auf “kann”. Auf getrockneten Rinderknochen, Schweineohren und Ziemer befinden sich ebenso Bakterien und eventuell Salmonellen.

Für den Hund stellen diese, uns krankmachenden Erreger kein Problem dar. Seine Magensäurekonzentration stellt sich auf sie ein und zerstören sie. Der Hund erleidet durch sie keine schlimme Krankheit.

Genau genommen sind wir jederzeit dazu angehalten Fleisch mit Respekt zu behandeln und es ist wichtig, es schnell zu verarbeiten und hygienisch zu behandeln. Gummihandschuhe beim Schneiden und das Abwaschen des Fleisches vor dem Verarbeiten, senken das Risiko, dass der Hundehalter sich mit Salmonellen infiziert.

Hygiene gehört zu jeglicher Fleischverarbeitung und der Irrtum erledigt sich mit logischem Handeln von alleine.

4. BARFen ist wesentlich teurer als normales Hundefutter

Das kommt darauf an. Für das Füttern des Hundes mit Hundefutter aus dem Discount mag das stimmen. Beim Füttern von hochwertigem Nassfutter oder vom Namen her bekannten Trockenfuttersorten stimmt dies nicht.

Gesundes, artgerechtes BARFen kostet nicht mehr als hochwertiges Futter. Beim BARFen stellt der Hundehalter die Zutaten selber zusammen. Er entscheidet, welches Fleisch der Hund bekommt, welches Gemüse, welche Kohlenhydrate und er verwendet keine Füllstoffe, die der Hund nicht verwerten kann.

Der Unterschied liegt nicht alleine im Preis, sondern in der Qualität. BARFen erfordert hochwertige Zutaten und es kommen keine Zusatzstoffe zum Einsatz, keine Farbstoffe, keine Konservierungsstoffe.

Des Weiteren benötigt der Hund beim BARFen weniger Futter, da er dieses Futter besser verwerten kann und es ihn schneller und langfristiger sättigt. Fertig Nassfutter enthält mehr Wasser und Fremdstoffe, die den Hund insgesamt gesehen weniger langfristig sättigen. Der Hund benötigt dementsprechend mehr Fertigfutter, um den Tag zu überstehen.

So betrachtet erweist sich das BARFen als ebenso teuer oder preiswert wie jedes herkömmliche Hundefutter, macht ihn allerdings länger satt und schont seine Gesundheit.

Artgerechte Ernährung durch BARFen gewährleisten

Einen Hund artgerecht und gesund ernähren, funktioniert mit dem BARFen gut, solange der Hundehalter sich mit dieser Art des Fütterns auseinandersetzt.

Irrtümer, Mythen und fachlich inkorrekte Geschichten lassen sich mit Logik und Hintergrundwissen schnell entkräften. Ein Hund gehört zu den Fleischfressern und ein Hund auf dem Hof hat in der Vergangenheit ebenso Mäuse und Ratten gejagt wie die Katzen, wenn er nicht genug Fleisch von seinen Menschen bekam.

BARFen gehört zu den natürlichsten Methoden der Hundefütterung und unterstützt seine Gesunderhaltung. Richtig angewendet verleiht es dem Hund mehr Stabilität und Resistenz gegen Krankheiten.