Wichtige Vorbereitungen auf die Hundehaltung

Wer sich dazu entschließt, einen Hund zu sich nach Hause zu holen, gewinnt ein Familienmitglied dazu. Fortan ist es nicht nur so, dass er den bisherigen Haushalt in jeder Facette zu ergänzen weiß, andersherum gewinnt auch der Kaltschnauzer den Zugang zu einem neuen Rudel. Dadurch wird er eine für ihn wichtige Position einnehmen – und gleichsam erhält jedes Familienmitglied seine eigene Rolle zugesprochen. So wird die wichtigste Bezugsperson meist als Rudelführer angenommen, während es oft eine bestimmte Person gibt, die für die Ernährung des Rudels sorgen wird. Kinder sind zunächst Spielgefährten – und genießen besonderen Schutz durch den Hund.

Um die richtigen Vorkehrungen zu treffen, damit man eine artgerechte Hundehaltung gewährleistet, sollte man sich mit viel mehr auseinandersetzen, als bloß der nötigen Ausrüstung.

Hunderasse – welches Tier soll es werden?

Es gibt gewisse Rassen, denen es förmlich im Blut liegt, mit Kindern ganz besonders liebevoll umzugehen. Andere wiederum genießen das Leben eines Einzelgängers und akzeptieren maximal eine Bezugsperson neben sich. Zwar sind es nicht immer derart krasse Charaktereigenschaften, doch jede Rasse hat so ihre Eigenschaften, die es zu beachten gilt.

Besonders intelligente Kerlchen brauchen tägliche mentale Forderung, während manche Rassen dafür bekannt sind, am liebsten zu faulenzen. Im Rassen Guide sind derartige Eigenschaften übersichtlich aufgelistet, doch sollte niemals außer Acht gelassen werden, dass Hunde wie auch Menschen unabhängig von den natürlichen Genen auch eine eigene Persönlichkeit entwickeln. Sie sind durchaus dazu in der Lage, sich der Situation entsprechend anzupassen. Der Guide dient daher nur als Richtlinie und stellt keine Garantie dar, dass sich das Wesen dann auch wirklich so entwickeln wird.

Mietwohnung – ist der Hund auch erlaubt?

Wer zur Miete wohnt, muss sich zuvor noch mit der Frage auseinandersetzen, ob die Haltung von einem Hund überhaupt erlaubt ist. Steht hierzu im Mietvertrag zum Beispiel eine Klausel, die etwas über einen Erlaubnisvorbehalt enthält, so muss vorab eine Genehmigung eingeholt werden. Manche Vermieter geben sich auch mit einer Anmeldung innerhalb einer festgelegten Zeitspanne zufrieden. Am besten fragt man bei Unklarheiten einfach direkt nach.

Auch bei Eigentumswohnungen ist eine Genehmigung einzuholen – nicht beim Vermieter, sondern bei der Wohnungseigentümergemeinschaft.

Abgesehen von einer Wohnung sollte auch bei einer Doppelhaushälfte oder einem geteilten Mehrfamilienhaus zunächst mit allen unmittelbaren Nachbarn abgesprochen werden, ob die Tierhaltung in Ordnung geht. So werden mögliche Streitpunkte schon im Vorhinein aus dem Weg geräumt.

Allergien – sind welche vorhanden?

Hunde wirken sich zwar nicht so gravierend auf Allergiker aus, wie es oft bei Katzen der Fall sein mag, doch man sollte dennoch nichts riskieren. Im Zweifelsfall führt der Hausarzt eine Überprüfung durch, wie es um eine mögliche Allergie steht.

Tierhaarallergiker haben oft bei Hunden die geringsten Probleme. Tatsächlich ist es der Speichel der Tiere, auf den hier empfindlich reagiert wird. Dadurch, dass dieser an den herumfliegenden Haaren haftet, wirkt sich die Allergie auch entsprechend aus. Hunderassen, die nicht allzu viele Haare verlieren, eignen sich daher auch oft für Allergiker ganz gut. Eine laufende Nase und tränende Augen morgens werden dennoch zu täglichen Symptomen werden.

Es gibt noch immer die Möglichkeit zur Desensibilisierung. In gewissen Fällen hilft auch eine medikamentöse Behandlung. Ein Beratungsgespräch beim Hausarzt sollte auf jeden Fall Aufschluss hierüber geben.

Kosten – das wird ein Hund kosten

Bei der Anschaffung eines Hundes ist zunächst zwischen zweierlei Kosten zu unterscheiden:

Einmalige Kosten

  • Tierkauf (150 bis 2.500 €, je nach Rasse)
  • Grundausstattung (rund 200 €)

Laufende, regelmäßige Kosten

  • Hundehaftpflicht (rund 50 € jährlich)
  • Hundesteuer (rund 100 € jährlich)
  • Futter und Leckerlies (rund 100 € monatlich)
  • Tierarztkosten (bis zu 1.000 € auf Reserve)
  • Spielzeug (gelegentlich)

Wichtiges, das es zu dieser Auflistung zu beachten gilt

Das Budget für Tierarztbesuche sollte zu jeder Zeit rund 500 bis 1.000 € betragen. Schließlich kommen Krankheiten und Verletzungen ganz ohne Ankündigung und dann ist es meist längst zu spät, wenn das Geld nicht direkt aufgebracht werden kann.

Eine Beruhigungsspritze, Schmerzmittel oder auch ein Röntgenbild kosten meist jeweils rund 50 bis 70 €. Wird eine Operation nötig, so geht es schnell in den höheren dreistelligen Bereich.

Bezüglich der Hundehaftpflicht sowie der anfallenden Steuer kommt es immer ganz auf den Wohnort an. Manche Gemeinden erfordern zum Beispiel keine Haftpflichtversicherung, andere wiederum akzeptieren es problemlos, wenn der Hund einfach in der Haushaltsversicherung inbegriffen ist.

Die Höhe der Hundesteuer variiert ebenfalls nach Wohnort.

Die nötige Grundausstattung – das braucht der Hund

Zunächst einmal braucht der Hund ein Körbchen und ein paar Hundedecken. Die werden möglichst in einer ruhigen Ecke platziert, in der er ganz für sich sein kann und abgeschirmt ist von jeglichem Lärm. Hat der Hund einen Rückzugsort, an dem er wirklich seine Ruhe bekommt, fühlt er sich ganz schnell wohl.

Neben erstem Futter und ein paar ersten Spielsachen sind natürlich Accessoires, wie Leine, Brustgeschirr und Halsband notwendig. Hier gilt es ganz nach den eigenen Präferenzen zu wählen. Bezüglich dem Spielzeug sollte zu Beginn noch nichts gewählt werden, das besonders laut quietscht oder sonst wie Radau schlägt. Wer weiß, am Ende mag Bello so etwas gar nicht und fürchtet sich stattdessen davor.

Auch die Fellpflege darf nicht außer Acht gelassen werden. Pflegeprodukte, wie Shampoo und Salben für die Pfoten, aber auch verschiedene Bürsten müssen unbedingt vorhanden sein. Möchte man selbst das Fell bei Bedarf kürzen, gehören auch eine Nagelschere, verschiedene Scheren und Trimmer zur Grundausstattung. Doch Achtung! Jeder Hund braucht eine andere Fellpflege.

Kosten, die zusätzlich anfallen können

Neben der obigen Liste kann es natürlich zu weiteren Zusatzkosten kommen. Etwa, durch einen Hundesitter, der hin und wieder notwendig wird. Oder aber durch Hundeschule und einen Hundetrainer, den man ebenfalls bezahlen muss, wenn man davon Gebrauch machen möchte.

Wer nicht selbst die Fellkürzung übernehmen möchte, wenn sie denn notwendig wird, sollte auch ein regelmäßiges Budget für den Besuch beim Hundefrisör einberechnen. Je nach Rasse und damit Größe des Tieres kommt ein Termin auf rund 50 bis 100 €.

Gedanken – Die 5 wichtigsten Fragen, bevor ein Hund einzieht

Neben der Frage danach, welche Hunderasse es letzten Endes werden soll und auch der grundlegenden Ausrüstung, gibt es fünf dezidierte Gedankengänge, die jeder künftige Hundemeister einmal durchgespielt haben sollte:

  1. Hat man die Zeit und Mittel, um für mehr als zehn Jahre für den Hund zu sorgen und eine feste Beziehung zu ihm einzugehen?
  2. Ist man dazu in der Lage, in guten wie auch in schlechten Zeiten für das Tier da zu sein? Auch und vor allem dann, wenn es darum geht, ihm mit teuren Tierarztbesuchen das Leben zu retten?
  3. Wird das Haustier als Familienmitglied angesehen und ist es dadurch keiner Benachteiligung seinen restlichen Rudelmitgliedern über ausgesetzt?
  4. Ist man sich über die zuvor genannten Kosten bewusst, die mit einem Hund entstehen werden? Kann man diese auch aufbringen, ohne zu knausern und an den falschen Stellen sparen zu müssen?
  5. Hat man ausreichend Zeit dazu, um mit dem Hund täglich einen ausgiebigen Spaziergang zu machen, mit ihm Quality Time zu verbringen und sich ausreichend seiner Erziehung zu widmen?

Jede einzelne dieser Fragen sollte mit einem energischen Kopfnicken bejaht werden können – ohne zu zögern. Erst dann ist man auch wirklich bereit dazu, ein süßes Fellknäuel bei sich aufzunehmen.