Hund zieht an der Leine – 7 Tipps, ihm das abzugewöhnen

In vielen Artikeln auf diesem Blog wurde bereits das Thema der ergonomischen Körperhaltung eines Hundes angesprochen.

Wird ein ständiger und langanhaltender Zug auf seine Wirbelsäule ausgeübt, kann das bei groben Ruckbewegungen zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Verrenkungen, chronische Schmerzen und auch ein Bandscheibenvorfall können die Folge sein – zum Teil sogar mit vielen Monaten Verspätung.

Das muss natürlich nicht sein, daher folgen nun auch sieben effiziente Tipps, um ihm das abzugewöhnen – ihm zuliebe.

1. Durch Training lernen

Die erste Möglichkeit: Ihm durch intensives Training zeigen, dass es so nicht geht. Dazu kann gerne ein Clicker in Kombination mit der Gabe von Leckerlies verwendet werden, damit der Lernprozess auch wirklich sichergestellt werden kann.

Das Belohnungssystem kann dabei ganz nach Belieben gestaltet werden. Beispielsweise, indem er sich bei einem festgelegten Signal hinsetzt und darauf wartet, bis er wieder weiterlaufen darf. Oder, indem einfach der gesamte Spaziergang stoppt, sobald er nur an der Leine zu ziehen beginnt. Auch hier kann man mit dem Clicker kombinieren, damit der Lernprozess beschleunigt wird.

Die Lernmethode muss immer ans Alter angepasst sein. Achtung bei ganz jungen Welpen, die noch so viele Eindrücke durch die Welt um sich herum gewinnen, dass sie jene Trainingsmethoden nicht wie gewünscht wahrnehmen würden!

2. Schleppleine verwenden

Je nach Größe des Tieres kann auch das gewählte Leinenmodell der Grund für das Ziehen an der Leine sein. Ist er sehr klein und hat er nicht so viel Kraft, wird er den Zug auch wesentlich stärker spüren und daher selbst immer mehr daran zu ziehen beginnen.

Er verlernt den Unterschied zwischen dem Ziehen der Leine und dem Zug, den sein Besitzer auf ihn ausübt. Daher entsteht hierbei auch oft der falsche Eindruck, dass er nicht mehr hört.

3. Nicht die ganze Leine ausreizen lassen

Egal, wie viel Bewegungsfreiheit die Leine bietet, etwas Spielraum muss immer sein. Ansonsten besteht erneut Verletzungsgefahr, wenn er spontan zur Seite springt, weil ihm ein Artgenosse entgegenkommt.

Generell gilt, dass die Leine immer locker durchhängen sollte. Ist sie straff gezogen, so ist der nötige Spielraum zu gering.

4. Der Besitzer hat die Führung

Komme was wolle, der Hund muss lernen, dass er sich nach seinem Meister richten muss und nicht umgekehrt. Er muss die Botschaft klar vermittelt bekommen, dass er nicht der Rudelführer ist und er sich somit unterzuordnen hat.

Darüber hinaus gilt es natürlich, Rücksicht auf sein Alter und den damit verbundenen Bewegungsdrang zu nehmen. Natürlich darf man ihn vorgehen lassen, damit er in fortgeschrittenem Alter das Tempo vorgeben kann. Zu diesem Zeitpunkt ist aber auch seine Grunderziehung längst abgeschlossen und das Ziehen an der Leine längst kein Problem mehr.

5. Seine Energie ausgleichen

Oft ist das Ziehen an der Leine gar kein Zeichen von Ungehorsam oder Ungeduld seitens des Vierbeiners. Meist hat er auch einfach zu viel Energie, da die Spaziergänge nicht ausladend genug und das Spiel nicht fordernd genug war. Er wird nicht nur beim Gang an der Leine problematisch wirken, sondern auch zu Hause beispielsweise anfangen, an Möbeln zu kauen.

Gefordert werden darf der Hund auf jede erdenkliche Art und Weise. Die meisten Rassen sind dafür bekannt, ausreichend Bewegung zu benötigen. Intelligenzspielzeug erledigt den Rest, damit Bello auch in seiner geistigen Leistung zur Höchstform angeregt wird.

6. Brustgeschirr statt Halsband

Erneut geht es darum, dass die Leine aufgrund ihres Gewichts dazu führt, dass der Hund an ihr zu ziehen beginnt. Damit er das nicht unentwegt an seinem Nacken spürt, teilt man das Gewicht am besten mithilfe eines Brustgeschirrs über seinen gesamten Oberkörper auf. Das schränkt ihn weder in seiner Bewegung ein, noch wird er es sonst wie störend empfinden.

7. Geduldig sein

Ein Hund ist ein individuelles Wesen und gerade deshalb darf nicht vergessen werden, dass jeder Kaltschnauzer sein eigenes Lerntempo hat, um antrainierte Vorgehensweisen richtig einzusetzen.

Geduld und Einfühlungsvermögen sind daher die beiden wichtigsten Eigenschaften, um den Hund nachhaltig zu erziehen. Immer an ansprechende Belohnungen denken! Nicht immer muss das ein Leckerlie sein, auch ein Freilauf oder das gemeinsame Spiel können hier für einen positiven Effekt dienen.